Das Hexbachtal
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Historie der Namensbezeichnungen Der Läppkesmühlenbach Warum HEXBACH?
Die Bedeutung des Läppkesmühlbachtals heute Manuskript eines Radiointerviews mit Lothar Klein

Historie der Namensbezeichnungen

Im oberen Verlauf wird der Bach als "Hexbach" bezeichnet. Nach ca. der Hälfte des Weges ändert sich der Namen in Läppkes Mühlenbach".

Die Bezeichnung "Läppkes Mühlenbach" stammt zur einen Hälfte daher daß der Bach den westlichen Mühlenbach des Stiftes Essen darstellte. Zur anderen Hälfte entstand die Bezeichnung als Folge eines Rechtsstreits aus dem 16. Jh. zwischen der Fürstäbtissin des Essener Freiweltichen Damenstiftes und den Herren von Broich und Speldorf aus Mühlheim bezüglich der Jagd- und Landesherrlichen Rechte. Nach mehreren Jagdunfällen im Grenzgebiet beschloß die Fürstäbtissin bei Treibjagden zu deren Begrenzung Seile mit flatternden Läppchen (Läppkes) anbringen zu lassen.

Die Bezeichnung Hexbach stammt von Hexel, Haxel, Huxel ab, womit früher die Hainbuche bezeichnet wurde, die damals als weitverbreiteter Baum Nutz- und Brennholz lieferte.
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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Historie der Namensbezeichnungen Der Läppkesmühlenbach Warum HEXBACH?
Die Bedeutung des Läppkesmühlbachtals heute Manuskript eines Radiointerviews mit Lothar Klein

Der Läppkesmühlenbach (von Lothar Klein)

Früher westlicher Mühlenbach des Stiftes Essen.

Im 16. Jahrhundert Jagdfrevel der Grafen zu Broich und Speldorf auf Essener Stiftsgrund. Es wird ein Ministerialer der Fürstäbtissin durch einen Jagdpfeil getötet. Die Fürstäbtissin des Essener Freiweltlichen Damenstiftes klagt vor dem Reichsgericht. Nach 30 jährigem Rechtsstreit werden die Jagd- und Landesherrlichen Rechte ausdrücklich bestätigt. Die Fürstäbtissin ist an einem friedlichen Miteinander mit ihren Nachbarn interessiert. Sie will zukünftig Jagdunfälle verhindern. Ausgang des 16. Jahrhunderts ordnet sie an, daß an den Jagdtagen im Bereich des westlichen Mühlenbaches (und entlang des Winkhauserbaches ) sogenannte Begrenzungszäune - Seile mit flatternden Läppchen - (wie sie noch heute bei Treibjagden noch üblich sind ), im Bachgrund anzubringen sind. Die Lehnshöfe im Bereich der Täler (der Mühlenhof, Haus Bermen u. Ripshorst etc.) waren für das Anbringen und Entfernen der Seile mit den Läppchen verantwortlich.

Die Fürstäbtissin und ihr Gefolge jagten von Osten nach Westen und Die Herren von Broich und Speldorf am folgenden Tag von Westen nach Osten, obwohl es sich bei diesem Gelände um Essener Stiftsgebiet handelte.

Die Bauern und Bewohner beobachteten dieses Ritual über 300 Jahre und waren teilweise als Treiber beteiligt. Der Mühlenbach, von ihnen gab es in Borbeck mehrere , wurde wegen der zeitweise im Talgrund hängenden Seile mit Läppchen (im Borbecker Sprachgebiet LÄPPKES) Läppkesmühlenbach genannt. Mit dieser volkstümlichen Bezeichnung ist der Bach und die Jagdgrenze in den spärlichen Landkarten von Stadt und Stift Essen verzeichnet.

Die Revolution in Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts erreichte auch die Rheinlande. Mit dem Reichsdeputationshauptausschuß veränderten die Napoleonischen Statthalter Landes- und Gemeindegrenzen. Stadt und Stift Essen verloren ihre Reichsunmittelbarkeit. Die Komissäre für die Landvermessung stellten neue Landkarten her und übernahmen die deutschen Namen, aber setzten neue Grenzen, ohne Rücksicht auf frühere Grenzen zu nehmen. So wurde aus der Jagdgrenze zunächst die Gemeindegrenze zwischen der Bürgermeisterei Borbeck im Osten und Dümpten im Westen und später die heutige Stadtgrenze zwischen Essen, Mülheim und Oberhausen. 

Aus dieser Zeit ist die unterschiedliche Schreibweise des Baches und des Tales zu erklären. In Essen gab es eine funktionsfähige Verwaltung. Diese schrieb Läppkesmühlenbach. Die französischen Landvermesser und -beschreiber kannten die deutsche Sprache nicht. Im französischen gibt es das Deutsche Ä nicht. Die französischen Komissäre Schrieben also ihrem Sprachgefühl entsprechend Lepkes oder Lepgesmühlenbach in die Karten. Diese unterschiedliche Schreibweise hat sich in Mülheim und Oberhausen bis heute erhalten und wird auch in Zukunft Bestand haben.
 

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Historie der Namensbezeichnungen Der Läppkesmühlenbach Warum HEXBACH?
Die Bedeutung des Läppkesmühlbachtals heute Manuskript eines Radiointerviews mit Lothar Klein

Warum HEXBACH? (von Lothar Klein)

Der Läppkesmühlenbach hat mehrere (teils offene und zum Teil kanalisierte) Zuflüsse. So z.B. den Heilgraben (früher Kattenbach), Pausbach (von Frintrop kommend) , den von Dümpten kommenden Hexbach (Quellen heute überwiegend unterhalb des Sportplatzes Wenderfeld). Hexel, Haxel, Huxel waren Bezeichnungen für den Baum, den wir heute Hainbuche nennen. Unseren Altvorderen diente das Holz dieses weitverbreiteten Baumes als Nutz- und Brennholz.

Bei den Auseinandersetzungen um die Autobahn A113 später A31 (Ostfriesenspieß) war den Bürgerinitiativen der Name Läppkesmühlenbach (auch wegen der unterschiedlichen Schreibweise) zu lang. Der Zufluß zum Läppkesmühlenbach (Hexbach) war griffiger, einprägsamer und schnell in aller Munde. Die Straßenplaner u.a. übernahmen diese Bezeichnung. Prof. Dr. Pflug in Aachen bezeichnet die Arbeit „LANDSCHAFTSÖKOLOGISCHE MODELLUNTERSUCHUNG HEXBACHTAL“

Der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk gibt im April 1978 die Broschüre „ÖKOLOGISCHE MODELLUNTERSUCHUNG HEXBACHTAL“ heraus.

Beim Studium dieser umfangreichen Arbeiten fällt auf, daß die Ausbeutung der bis zu 6 Meter mächtigen Lehmbänke im oberen und mittleren Bereich des Läppkesmühlbachtales nicht erwähnt wird, obwohl die Abgrabungskanten z.T. noch heute im Gelände sichtbar sind. Zwei Brennöfen standen im unmittelbaren Bachbereich: Am Ende der Straße „Am Heckelsberg“ auf Mülheimer Gebiet und in der Nähe der heutigen Gaststätte „ Zum Mühlenbach“ Straße „Am Hexberg“. Diese Ziegeleien waren von der Jahrhundertwende bis in die 30er Jahre in Betrieb.

Vielen ist aus der Kinderzeit noch die Bezeichnung Zipken oder Siepken für dieses Tal in Erinnerung. Neubürger im Bereich Borbeck-Dümpten brachten die ihnen geläufigen Bezeichnun­gen für Bach- und Wiesengelände „Siepen“ mit. Sie kannten die alten Namen der Bäche nicht und nannten sie Siepen. Im Sprachgebrauch wurde daraus Sippken oder Zipchen.

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Die Bedeutung des Läppkesmühlbachtals heute Manuskript eines Radiointerviews mit Lothar Klein

Die Bedeutung des Läppkesmühlbachtals heute (von Lothar Klein)

Die ökologischen Untersuchungen im Rahmen der geplanten Bundesautobahn haben die Bedeutung der Siepen- und Bachtäler im Ruhrgebiet als Erholungsflächen für die Bürger ausdrücklich bestätigt. Ihre wichtigste Funktion als Frischluftschneisen gilt im besonderem Maße für das Läppkesmühlbachtal. Die im trichterförmigen Quellbereich entstehende Kaltluft sickert durch das relativ enge Tal bis zur Emscheraue. Heute ist die Eisenbahntrasse das Ende dieses Kaltluftstromes, weil dort durch den Zugverkehr eine Verwirbelung, der nur bis in eine Höhe von 12 Metern reichende Kaltluft erfolgt. Entlang der Straßenzüge und Gartenflächen sickert die im Läppkesmühlbach entstandene Kaltluft bis in die Oberhausener Innenstadt und verdrängt die belastete wärmere Luft, weil diese leichter als die Kaltluft ist, und sorgt auch bei Inversionswetterlagen für einen Luftaustausch und verringert dadurch die Smoggefahr. Wegen dieser Funktion sollte das Läppkesmühlbachtal (wie auch andere Siepentäler im Revier) nicht bebaut und die Randbebauung nicht ausgedehnt werden.

Das Läppkesmühlbachtal ist nicht nur Frischluftschneise und Erholungsfläche, sondern wird auch landwirtschaftlich genutzt. Im Weiteren dient es als wichtige Rückzugsfläche für bedrohte Tiere und Pflanzen. Die Städte Essen und Oberhausen sollten den Mülheimern folgen und den zu ihrem Stadtgebiet gehörenden Teil des Bachgebiets unter Landschaftsschutz stellen; obwohl solche Grundstücke verständlicherweise begehrt sind.

Die Renaturirung des früher als Vorfluter kanalisierten Bachteils hat nicht nur einen hohen Freizeitwert, sondern hat auch positive Folgen für den Luftaustausch. Es soll nicht verschwiegen werden, daß die Unterquerung der Oberhauserstraße im Winter die Glatteis- und Rauhreifbildung begünstigt.
 

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Die Bedeutung des Läppkesmühlbachtals heute Manuskript eines Radiointerviews mit Lothar Klein

Kleines Heimatlexikon (von Lothar Klein)

Bedingrade Beifügung zu einer vorhanden Rodung bzw. Verbindungsrodung zwischen Frintrop und Schönebeck.
Borbeck Klare, stark fließende Quelle (Born)
Breuckelmannshof Bauernstelle zum Lehnshof und Mühle im Läppkesmühlenbach (Breuckel, Brocken, Bröckchen: Teil eines Ganzen)
Broich Bruch, Moorfläche
Byfang, Biefang Beigabe Fläche die einem bestehendem Areal beigefügt wird
Dellwig Siedlung, Fläche in der Emscheraue (DELLE)
Dümpten Mit Dornen und Tümpeln durchsetzte Heide
Frintrop Freie Rodung oberhalb der Emscheraue
Heißen, Heissiwald, Heisingen Grenzwald, Ort am oder im Grenzgebiet.
Frohnhausen Siedlung außerhalb von Stadt und Stift Essen soge­nannter Unfreier, die zur Frohn verpflichtet waren
Kattendahl
Landfläche zwischen Frintroper- und Oberhauserstraße, gleichnamige Zeche, das Tal war mit Weiden­kätzchen bewachsen
Jetzige Bezeichnung: Heilgraben
Klosterhardt Zum Kloster Sterkrade gehörende Heidefläche
Königshardt Nördlich der Klosterhardt gelegene, zu Preußen (Königsland) gehörende Heide
Lipperheide Mündungsgebiet des Läppkesmühlenbaches in die Emscheraue
Lipperheidebaum
Von Schlagbaum, Zollstätte des Stiftes Essen in der Emscheraue
In früherer Zeit Zugang zum Stiftsgebiet von Westen, Norden und Süden.
Oberheide Heide- und Ödfläche aus der der Läppkesmühl- und der Winkhauer Bach entspringen. Heute Grenzgebiet an der Aktienstraße zwischen Essen und Mülheim. In diesem Bereich gab es 5 Ziegeleien.
Priestershof Volkstümliche Bezeichnung der früheren Zehnthöfe des Stiftes Essen. z.B. Haus Berge, Haus Ripshorst, Haus Bermen und der Mühlenhof im Läppkesmühlenbach
Rosenblumendelle Schachtanlage an der Stadtgrenze zwischen Essen und Mülheim. Die Zeche war von Heckenrosen umstanden.
Schloß Borbeck Sommerresidenz der Fürstäbtissinnen zu Essen
Schönebeck Rodung am schönen Bach, Zufluß der Borbecke
Steele Steigung, Steilhang (aus germanischer Zeit)
Styrum
Niederländisch: „steuer um“...


...um an der Zollstelle zu zahlen

Sterkrade  Starke (große) Rodung
Velbert Velbrackifelbrache (germanisch) Steiniger Acker
Werden Werth (Kaiserswerth, Nonnenwerth) Hochwasserfreie Fläche, die Siedlung an einem Flußübergang ermöglicht.
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Die Bedeutung des Läppkesmühlbachtals heute Manuskript eines Radiointerviews mit Lothar Klein

Manuskript eines Radiointerviews mit Lothar Klein

Quelle:
Radiosendung: Wann ausgestrahlt?

Block 1 Wortbeitrag 1

Was ist der Grünzug B?
Was ist das Sippken?
Was ist eigentlich eine Freifläche? Oder eine Verbandsgrünfläche?

Was ist der Unterschied zwischen einem Natur- und einem Landschaftsschutzgebiet?

Brauchen wir so was überhaupt und wozu?

Diese Fragen werden oft von Bürgern gestellt. Mit diesem Beitrag möchte ich versuchen, diese Fragen zu beantworten. Ich möchte die Bürger der Stadt Mülheim ermutigen, die Freiflächen in der Verbandsgrünfläche B in seiner Schönheit und seiner Bedeutung kennenzulernen.

Wo ist diese Verbandsgrünfläche B in Mülheim überhaupt?

Vom Osten kommend reicht sie vom Städtedreieck Mülheim Oberhausen Essen entlang des Läppkesmühlbachtals bis zur Oberheid- und Aktienstraße. Sie setzt sich südlich davon in das Winkhauser- und Schönebecker Tal fort. Westlich geht’s weiter nach Mülheim Heißen. Über das Rumbachtal reicht die Verbandsgrünfläche den Flughafen Essen Mülheim und reicht weiter über das Roskothen- Rutherbachtal, das Ruhrtal und das Oetterbachtal bis nach Heiligenhaus.

Die Verbandsgrünfläche schließt die land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen ausdrücklich mit ein. Die unbebauten Flächen sind im Mülheimer Stadtgebiet als Landschafts- oder Naturschutzgebiete ausgewiesen.

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Block 1 Wortbeitrag 2

Was sind Landschaftsschutzgebiete, Naturschutzgebiete und Freiflächen jetzt eigentlich genau?
Freiflächen sind alle nicht bebauten Flächen. So z.B. Landwirtschaftsflächen, Wälder, Parks, Friedhöfe und Kleingartenanlagen. Ihre Vernetzung untereinander und mit den Flächen der Grünzüge dient der Erhaltung der örtlichen Tier- und Pflanzenwelt und hat somit eine hohe ökologische Bedeutung.
In Landschaftsschutzgebieten ist normale Land- und Forstwirtschaft gestattet. Eine Bebauung ist nur mit Zustimmung der unteren Landschaftsbehörde in besonderen Ausnahmen gestattet. Zum Beispiel der Bau eines Viehstalls bei einem Gehöft. Eine weitere Versiegelung des Bodens durch Häuser Straßen und Wege sollte nicht erfolgen.

Naturschutzgebiete verbieten jeden weiteren Eingriff. Das Gebiet dient z.B. dem Artenschutz oder dem Schutz seltener Pflanzen oder Pflanzengemeinschaften. Hier sind Eingriffe nur mit besonderer Genehmigung der Naturschutzbehörde möglich. Sie müssen begründet sein und dürfen den Bestand des Naturschutzgebietes nicht beeinträchtigen.

Wie sind die Verbandsgrünflächen entstanden?

Das Gebiet zwischen Emscher und Ruhr war bis 1850 sehr dünn besiedelt: Essen hatte gerade 3.000 und Mülheim 1.800 Einwohner. In Borbeck lebten 1200 Menschen und in Alstaden und Styrum zusammen 800. Die Menschen lebten in kleinen geschlossenen Siedlungen z.B. um den Kirchhügel und Schloß Broich in Mülheim. Andere lebten in weit auseinander liegenden Bauernschaften mit 3 bis 8 Höfen.

Die Stadtteile Dümpten und Eppinghofen gehörten damals zum Stiftsgebiet der Fürstabtei Essen, bis 1805 nach der Besetzung durch die Franzosen eine Neuordnung erfolgte. Vor der französischen Besatzung gab es über das Gebiet des heutigen Mülheims kaum genaue Karten. Da Napoleon und seine Militärverwaltung aber daran interessiert waren, legte diese neue Karten nach neuen Vermessungsmethoden an. Eine Alte Jagdgrenze, die innerhalb des Stiftsgebietes gelegen hat, wurde von den französischen Kartenschreibern als Grenze zwischen den Bürgermeistereien Borbeck und Dümpten festgelegt. Der an dieser Grenze verlaufende Läppkesmühlbach zeugt noch von dieser Jagdgrenze.

Um 1580 regierte in der Abtei Essen die Äbtissin Isolde zu Salm Reifferscheidt, als es einen tödlichen Jagdunfall gab. Der Forstmeister der Abtei Essen, der Edle Herr von Carnap, wurde von Mitgliedern einer Jagdgesellschaft der rauflustigen Herren von Styrum und Speldorf getötet. Die Äbtissin rief wegen diesen Vorfalls das Reichskammergericht an, weil die Herren behaupteten, auf ihrem Grund gewesen zu sein. Da die Äbtissin aber nicht an einer Auseinandersetzung interessiert war, verständigte sie sich mit der Gegenpartei: Die Äbtissin jagte an den Jagdtagen von Osten nach Westen, die Herren von Styrum und Speldorf an den folgenden Tag von Westen nach Osten. Jeweils genau bis zur Grenze im Bachgrund, die durch ein Band gekennzeichnet wurde. Das Band wurde mit Lappen hervorgehoben. Diese Maßnahme verhinderte nicht nur weitere Jagdunfälle, sondern sorgte auch dafür, daß der vormals „Frintroper Mühlenbach“ genannte Wasserlauf von den ansässigen Bauern und Müllern von da an „Läppkesmühlenbach“ genannt wurde. Nicht zuletzt weil sie es waren, die für das Lappenband zu sorgen hatten.

Als die französischen Vermesser diesen Namen übernahmen, wurde aus dem deutschen ä ein é. Auf Seiten der Essener Abtei blieb man bei der deutschen Schreibweise. Er verläuft noch heute von der Oberheidstraße in Nördlicher Richtung bis er auf Oberhausener Gebiet in die Emscher mündet. Durch die Diskussion um die A31 Anfang der siebziger Jahre, ist der Bach bei vielen Menschen unter den Namen Hexbach bekannt. Der eigentliche Hexbach entspringt im Bereich der Bonnemanstr. / Wenderfeld und mündet bereits nach wenigen hundert Metern in den Läppkes Mühlbach.

Die von Nord nach Süd verlaufenden Schneisen sind auch nach der Industrialisierung von einer Bebauung verschont geblieben. Zum einen gab es noch eine landwirtschaftliche Nutzung und zum anderen waren die Wege zu den Arbeitsplätzen weit und schlecht. Deshalb waren diese Siepentäler unaktraktiv.

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Block 1 Wortbeitrag 3

Bergbau und Eisenindustrie hatten einen starken Zuzug von Menschen zur Folge. Die kleinen Städte und Dörfer waren überfordert. Die Trinkwasserversorgung und die Ableitung des Abwassers waren unzureichend geregelt. Dies führte zu einer Typhus Epidemie, die in Essen für über 3.500 Tote verantwortlich war. Diese Situation verlangte entsprechende genossenschaftliche Instanzen und führte u.a. zu der Gründung des Ruhrtalsperrenvereins und der Emschergenossenschaft.
Als man nach dem 1. Weltkrieg erkannte, daß auch der Siedlungsbau im Kohlenrevier besser geordnet werden mußte, entstand der Ruhrsiedlungsverband. Heute ist dieser unter den Namen Kommunalverband Ruhr bekannt.
Zusammen mit den Kommunen hat dieser die städteübergreifende Planung und Gestaltung der Grünzüge übernommen. Das führte zur Schaffung der „Verbandsgrünflächen“, auch „kommunale Grünzüge“ genannt. Zur Unterscheidung wurden die Grünzüge von West nach Ost mit den Buchstaben A bis H versehen.

Mülheim liegt im Bereich des Grünzuges B. Dieser reicht im Norden vom „Cölnischen Wald“ in Bottrop über den Revierpark Vonderort, Essen Frintrop, und den bereits beschriebenen Mülheimer Gebiet bis Heiligenhaus. Dem Mülheimer Bereich hat noch eine besondere Funktion, wie Prof. Pflug von der Uni Aachen in den siebziger Jahren festgestellt hat : Hier bildet sich nämlich frische Kaltluft. Diese ist schwerer und aufgrund der topologischen Lage „fließt“ diese Frischluft nach Süden in das Winkhause Tal und nach Norden. So werden u.a. auch die Oberhausener Innenstadt und Teile von Essen mit schadstoffarmer Frischluft versorgt. Diese Frischluftschneisen sind besonders wichtig bei Smogwetterlagen in den Wintermonaten.

Die landschaftlichen Reize der Verbandsgrünflächen sind auch ein wichtiger Faktor für die Naherholung. Besonders ältere Menschen aber auch Familien mit Kinder finden hier Erholung und Freizeitvergnügen ohne große Anfahrtwege. Die Vernetzung der Freiflächen ist nicht nur im Interesse der Erholungssuchenden Menschen, sie ist auch wichtig um der Verinselung entgegen zu wirken.

Mit Verinselung bezeichnen Biologen kleine Freiflächen, die isoliert sind keinen Kontakt zu anderen Freiräumen hat. So zum Beispiel ein von Häusern umgebener Stadtpark. Da hier kein genetischer Austausch stattfindet, können viele Tier- und Pflanzenarten nicht überleben.

Mitglieder des runden Tisches in Mülheim und der Umweltverbände haben wiederholt gefordert, diese ökologischen Gesichtspunkte bei Eingriffen in diese Freiflächen zu berücksichtigen. Leider hatten diese Bedenken nicht immer den geforderten Erfolg. Eine weitere Bebauung im Bereich Aktien-, Oberheid- und Hansbergstraße würde sich z.B. besonders stark auswirken. Es kann zu einer völligen Abschnürung des Grünzuges B kommen. Die Kaltluftbildung im oberen Bereich des Läppkes Mühlenbaches und des Winkhauser Tals würde deutlich verringert. Davon wären dann auch Oberhausener und Essener Bürger betroffen, weil der Luftaustausch durch die Kaltluft behindert ist.

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Block 2 Wortbeitrag 4

Die Umweltschutzverbände und die Mitglieder der runden Tische in Mülheim und Essen haben große Sorgen, was den Erhalt der Verbandsgrünflächen betrifft. Der KVR steht zur Disposition. Die Städte bzw. einzelne Ratsmitglieder sehen in den Freiflächen willkommene Möglichkeiten, weiteres Bauland auszuweisen. So soll Geld in die leeren Stadtkassen kommen. Ökologische Bedenken haben in der Vergangenheit oft keine Berücksichtigung gefunden.
Bis jetzt sind Eingriffe in die Verbandsgrünflächen durch den Einfluß des Kommunalverbandes verhindert oder umweltfreundlicher gestaltet worden. Das Vorgehen des KVRs hat somit bei den betroffenen Gemeinden bzw. bei den Mandatsträgern nicht nur für Freude gesorgt sondern oft Kritik und Unverständnis ausgelöst.
Bezeichnend ist z.B. das Verhalten der MEO Städte: Seit der Kommunalwahl im letzten Jahr wurde der „Interkommunale Arbeitskreis Grünzug B“ nicht mehr einberufen. In diesem Arbeitskreis haben Vertreter der anliegenden, des KVRs und der IBA mit Vertretern von Bürgerinitiativen, Umweltschutzgruppen, Sportvereinen u. v. a. vertrauensvoll und gut zusammen gearbeitet. Gestalterische Absichten im Bereich des Grünzuges B wurden besprochen und geplant.

Die „runden Tische“ in Essen und Mülheim haben sich in offenen Briefen an die Oberbürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden aller betroffenen Städte gewandt um sie zu bitten, den interkommunalen Arbeitskreis Grünzug B wieder einzuberufen.

(hier noch was zum Thema runde Tische einfügen ? Vielleicht an Anfang?)

Ende 4 (2.1) soll: 550-600 (4,5 Min) 193 Wörter
 

Block 2 Wortbeitrag 5

Zum Abschluß der Sendung möchte ich die Zuhörer einladen, selbst zu entdecken, welchen Wert die Freiflächen im Ruhrgebiet für Mensch und Umwelt haben. Unternehmen Sie doch mal eine Wanderung an einem schönen Frühlingstag:
Startpunkt ist die Straßenbahnhaltestelle Stadtgrenze Essen Borbeck, die mit der Linie 104 erreicht werden kann (bitte überprüfen). Wir gehen nach links in die Oberheidstraße und lassen schnell die laute hektische Aktienstraße hinter uns. Linkerhand sehen wir einen Tennisplatz. Auf diesem Gelände war bis in die 30er Jahre eine große Ziegelei, die ihr Material aus einer z.T. 6m dicken Lehmschicht gewann. Die Abgrabungskante ist Teilweise noch heute sichtbar. Rechts bietet sich ein weiter Blick ins Läppkesmühlbachtal. Hinter dem Tal sehen wir Essen Bedingrade und Frintrop wo wir die St. Josef Kirche und den Wasserturm am Horizont erkennen.
Wir gehen weiter und lassen den Friedhof und die Schönebecker Str. hinter uns. Auf einem Schild bietet ein Bauernhof seine Ware an. Hier biegen wir in den asphaltierten Feldweg ab. Auf diesen Weg halten wir uns links, bis wir die Straße „Backs Höfe“ erreichen. Auch hier gehen wir nach links in Richtung Bonnemannstr. Nach hundert Metern gehen wir rechts durch ein grünes Tor aus Bäumen und tauchen in das Hexbachtal ein. Der Hexbach tritt linkerhand zutage und begleitet uns ein gutes Stück, bis er sich mit den Läppkesmühlenbach vereinigt. Auf unserem Weg begegnen uns vielleicht viele Spaziergänger, die diese Oase schätzen gelernt haben. Aber auch Reiter der benachbarten Pferdehöfe trifft man. Neben den Fußwegen gibt es auch einige Reitwege, die schon mal unseren Weg kreuzen.

Wir begleiten den Läppkesmühlenbach ein kleines Stück stromaufwärts, müssen ihn aber bald wieder verlassen und unsere Schritte zwei mal nach links wenden. Wir begleiten den Läppkesmühlbach wieder in flussrichtung. Der Bachlauf selber fließt aber größtenteils hinter Bäumen und Sträuchern verborgen. Zahlreiche Quellen begegnen uns auf ihren weg zum Bach Auf unterschiedlichster Weise kreuzen sie unseren Weg.

Einige müssen einen Zwischenaufenthalt in einigen Forellenteichen einlegen. Eine Zettel an einem Baum lädt dazu ein, hier frisch geräucherte Forellen zu erwerben.

Ein paar hundert Meter weiter teilt sich der Weg. Wenn wir links gehen treffen wir schnell die Straße „Hexberg“, der wir nach links folgen. Hier zeigt sich, daß der Läppkesmühlbach noch immer ein Grenzgewässer ist. An der Stelle, wo der Bach die Straße unterquert, sagt ein Ortsschild, daß wir wieder Mülheim erreichen. Wir folgen der Straße, vorbei an Weiden und einzelnen Häusern. Ein „Landgasthof“ mit Biergarten lädt zum Verweilen ein. Ein kleines Fachwerkhaus zur rechten erinnert ein wenig an ein Hexenhäuschen. Können Sie sich vorstellen, daß wir den Weg bis hier vielleicht nicht gemütlich zu Fuß sondern mit 120 mit dem Auto zurückgelegt hätten? Es gab nämlich Pläne, eine Autobahn fast genau so zu bauen, wie wir bis jetzt gegangen sind.

Wir erreichen eine Kreuzung, an der sich nicht nur 2 Straßen sondern auch 3 Städte treffen. Mülheim, Essen und Oberhausen treffen hier aufeinander. Wenn wir die Dümptener Straße ein kleines Stück hochgehen. Sehen wir noch einmal den Läppkesmühlenbach, der sich in seinem zurückgewonnenen Bachbett nach Norden schlängelt. Noch bis vor wenigen Jahren mußte er nämlich an dieser Stelle unter die Erde und hat nie wieder sein natürliches Bett gesehen. Hier zeigt sich besonders, was die interkommunale Zusammenarbeit bringen kann. Der renaturisierte Bachlauf gibt nicht nur der Natur eine große Fläche zurück, sondern liefert auch für die in der Nähe wohnenden Menschen Erholungs- und Spielmöglichkeiten.

Wir aber gehen entlang der Grenze zwischen Mülheim und Oberhausen, die genau in der Mitte vom „Lepkesfeld“ liegt. Vorbei an Feldern und Äckern. Im Sommer kann man hier Erdbeeren oder Blumen selber pflücken. Wir gehen an den Feldern entlang in einen kleinen Seitenweg, der uns durch hohe Hecken zur Talstraße führt. Von uns aus gesehen hinter der Barbarakirche befindet sich eine Haltestelle der Buslinie 124, mit der wir wieder zurück fahren können.

Ende 5 (2.3) soll: 500-550 (4 Min) 629 Wörter
 

Block 2 Wortbeitrag 6

Auch der zweite Wandervorschlag beginnt an der Aktienstraße an der Stadtgrenze zu Essen, führt uns aber in das Winkhauser Tal und nach Essen Schönebeck. Dazu gehen wir in südlicher Richtung in die Hansbergstraße. In der Rechtskurve gehen wir geradeaus in den Feldweg, der uns zur Klaus-Groth-Straße führt. Hier können wir uns frei für eine Richtung entscheiden, weil beide Richtungen zur Reuterstraße führen. Hier war früher ein Belüftungsschacht der Zeche Wiesche und Schacht Kronprinz. Heute bietet sich von hier ein schöner Blick auf das Stadtgebiet von Essen. Vor der Skyline sehen wir das Tal der Schönebecke, Frohnhausen und Holsterhausen.
Wenn wir die Reuterstraße erreicht haben, wenden wir uns nach links und erreichen einen Fußweg, der uns in das Tal des Winkhauser Baches führt. Dieser bildet hier die Grenze zwischen Essen und Mülheim. Nachdem wir im Tal den Bach und das Landgasthof Schürman hinter uns gelassen haben, steigt der Weg wieder an und erreicht den Brausewindhang.
Den gehen wir nach rechts bis zur Heißener Straße, die wir links hoch gehen. Rechts geht ein Fußweg ab, der uns unterhalb des Terrassenfriedhofes in das Siepental der Schönebecke führt. An der Eisenbahnbrücke wenden wir uns nach links und erreichen nach 200 m rechts einen Fußweg in die Schönebecker Schlucht.

Wir folgen diesem Weg und haben beim Aufstieg einen sehr schönen Blick auf die katholische Pfarrkirche St. Antonius in Schönebeck

(Hinweis auf schriftliche Fassung der Wegbeschreibungen)

 

Ende 5 (2.5) soll: 550-600 (4,5 Min) 152 Wörter
 

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16. November 2000   Ihre Meinung Your Opinion
Seite gestaltet von Bernhard Vornefeld